Brief des Bürgermeisters an alle Sprockhöveler*innen

Liebe Sprockhöveler Mitbürgerinnen und Mitbürger,

in dieser Krisensituation der Corona-Pandemie ist es mir ein Bedürfnis, mich bei Ihnen herzlich zu bedanken: Sie tragen durch Ihr vorbildliches, diszipliniertes Verhalten im Alltag dazu bei, die Übertragung des Virus so weit wie möglich einzudämmen. Sie halten sich fast alle an die notwendigen Abstandsregeln, an die Ausgangsbeschränkungen und bleiben, wenn möglich, daheim.

Damit schützen Sie sich nicht nur selbst, sondern vor allem die älteren und kranken Menschen in Ihrer Umgebung.

Auch wenn wir bis auf Weiteres unsere Kinder und Enkel, Omas und Opas nicht in den Arm nehmen dürfen, Besuche und Veranstaltungen absagen müssen, können wir durch das Internet, aber auch durch das gute alte Telefon unsere sozialen Kontakte aufrechterhalten. Viele Menschen stellen sogar fest, dass sie alte Kontakte gerade jetzt wiederaufleben lassen. Und Viele merken, dass sie sich jetzt ohne „reizeitstress" anderen Menschen und Dingen zuwenden können, die sie lange vernachlässigt haben.

Krisenzeiten sind auch Hochzeiten für Kreativität und unkonventionelle Innovationen Das alte Sprichwort „Not macht erfinderisch" bewahrheitet sich in diesen Tagen. So spendete eine hiesige Brennerei Ethanol für die Herstellung von Desinfektionsmitteln, ein pfiffiger Ingenieur aus unserer Stadt entwickelte ein Luftfiltergerät, das wohl auch das Corona?Virus herausfiltern kann. Also Hut ab vor allen Tüftlern und Querdenkern!

Wir erleben derzeit eine Welle von Hilfsbereitschaft, die zum Beispiel von Kirchengemeinden, Sportvereinen und der Flüchtlingshilfe organisiert wird: Junge Leute kaufen für andere ein, begleiten die Älteren zum Arzt und erledigen andere Besorgungen. So wird die Gefahr für ältere und kranke Menschen, sich mit dem Virus zu infizieren, noch weiter gesenkt. Auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung tragen zur Organisation bei; sie vermitteln Hilfsangebote und stehen unseren Bürgerinnen und Bürgern beratend zur Verfügung. Viele dieser neuen Kontakte werden sicher auch noch nach Beendigung der Krise aufrechterhalten. Dies sind nachhaltige Beiträge der Solidarität, gegen Egoismus und Vereinzelung, das sind die Lebenselixiere unserer Gesellschaft. Man weiß, dass solidarische Gesellschaften besser durch Krisenzeiten kommen. 

Ich möchte mich hiermit ausdrücklich bei allen diesen Helferinnen und Helfern für ihren Einsatz bedanken und natürlich auch bei denen, die diese Hilfsleistungen anregen und organisieren.

Mein herzlicher Dank gilt auch den Menschen, die täglich für unsere Existenzsicherung sorgen: die Verkäuferin im Supermarkt, der Transportfahrer, der Paketbote und die Busfahrerin, die Pflegekraft und der Lagerarbeiter, der Reporter, die Polizistin und der Müllmann, die Ärzte und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Gesundheitsämtern und Verwaltungen. Sie arbeiten in diesen Tagen bis zur Erschöpfung. Viele von ihnen gehören zu den schlechtbezahlten Berufsgruppen, die dazu oftmals unter schwierigen Bedingungen arbeiten. Ich finde, es ist endlich an der Zeit, diese skandalös ungerechte Einkommensverteilung in unserer Gesellschaft zu ändern.

Wann immer diese Krise vorbei sein wird: Wir werden unser Stadtjubiläum weiter feiern, gewiss mit größerem Genuss und Dankbarkeit. In diesem Sinne: Kommen Sie gut durch diese schwierigen Zeiten und bleiben Sie gesund!

Glück auf!

Ihr Bürgermeister Ulli Winkelmann