Sprockhövel 13.08.2019 – Sprockhövels Wirtschaftsförderung besucht Spitzen-Landwirt Sebastian Stens

Mittwoch, 14.08.2019

Der 20-jährige Nachwuchs-Landwirt vom Hof Scherenberg aus Sprockhövel holte jetzt den zweiten Platz in einem bundesweiten Berufswettbewerb der Deutschen Landjugend. Grund genug für die städtische Wirtschaftsförderung, dieses Nachwuchstalent vor Ort zu besuchen. Der Beigeordnete Volker Hoven und die Wirtschaftsförderin Myrjam Passing ließen es sich nicht nehmen, persönlich zum großen Erfolg zu gratulieren und ein kleines Geschenk zu überreichen.

Die Landwirtschaft ist wichtiger Bestandteil unserer lokalen Wirtschaft, betont Hoven. Gerade junge Menschen, die sich dieser wichtigen Aufgabe widmen, muss man fördern und anerkennen. Noch kümmert sich Sebastian Stens tatkräftig mit seinem Vater Volker Stens um den elterlichen Milchviehbetrieb Scherenberg in Sprockhövel. In diesem Wintersemester beginnt er sein Bachelor- mit anschließendem Masterstudium der Agrarwissenschaften an der Georg-August-Universität Göttingen. Nach seinem Studium möchte er dann selbst Bioackerbau auf dem familieneigenen Hof im Südharz in Sachsen-Anhalt betreiben.

Schon die Anreise durch die ca. 80 Jahre alte, 450 Meter lange Ahorn-Allee ist ein besonderes Erlebnis. Am Ende der Allee steht der idyllische Bauernhof Scherenberg. Der Charme des Hofes ist beeindruckend. 1887 hatte die Großmutter der Familie Stens den Hof Scherenberg auf dem Gelände der alten Zeche mit eigenen Händen aufgebaut. Damals noch ein Alleinstellungsmerkmal für eine Bäuerin, wie Sebastian Stens berichtet. Es war der Grundstein für das bis heute erfolgreiche Familienunternehmen. Noch heute steht dieses Mutterhaus und ist als Zeitzeuge der damaligen landwirtschaftlichen Epoche in Benutzung.

Bei der anschließenden Führung über das Hofgelände konnte sich die Delegation selbst ein Bild von dem Alltag eines Landwirts in Sprockhövel machen. Bis zu 250 Kühe und Bullen werden auf dem Hof gehalten, wovon ein Großteil der Milchproduktion dient. Auch Gänse, Hühner sowie ein Esel bereichern den Hof. 

Heute wird hier mit modernster Technik Milch für einen namhaften Lebensmittelhersteller produziert. Drei feste Mitarbeiter und ein Auszubildender unterstützen die Familie bei der täglichen Arbeit auf ihren drei Höfen in Sprockhövel, Hattingen sowie Witten.

Das Thema nachhaltige und ökologische Landwirtschaft stand im Mittelpunkt der Gespräche. Genau hier hat sich Sebastian Stens schon jetzt spezialisiert und möchte in Zukunft ganz eigene Schwerpunkte setzen. Toleranz, Anerkennung und Rücksichtnahme wären die Dinge, die sich ein junger Landwirt wie Sebastian gesellschaftlich wünschen würde.

„Wir sind sehr stolz in Sprockhövel, diesen modernen landwirtschaftlichen Traditionsbetrieb zu haben, der solch einen qualifizierten Nachwuchs hervorbringt. Diese Leistung verdient unseren Respekt. Wer Natur und Umweltschutz ernst nimmt, der kommt nicht umher, als erstes einen Vollerwerbslandwirt, wie die Familie Stens, zu besuchen. Wer seit Generationen jeden Tag in der Natur mit Tieren arbeitet und hochwertige Lebensmittel produziert, der weiß am besten, worauf es ankommt. Wenn wir alle die hier regional hergestellten Lebensmittel der Spitzenklasse vor Ort konsumieren würden, anstatt z.B. Rindfleisch mit Frachtschiffen tiefgekühlt aus Argentinien zu importieren, wären wir einen riesigen Schritt weiter in der Debatte des globalen Klimaschutzes", sagt der städtische Beigeordnete Volker Hoven und spielt auf geplante Handelsabkommen mit Südamerika an. Heimische Produkte hoch besteuern und dann günstig importieren, kann sicher nicht zielführend sein, meint Hoven. Passing betont, dass die Landwirtschaft neben den zahlreichen Unternehmen und dem Einzelhandel eine der wirtschaftlichen Säulen der Stadt ist und mit ihrer Produktion und ihren Höfen zur Wirtschaftskraft beiträgt.

Die Stadt Sprockhövel ist sehr über das Engagement der beiden Agrarwirte erfreut und möchte die Position der Landwirte und das Verständnis für ihre Arbeit in der Bevölkerung weiter stärken.