Vor 100 Jahren wurde Fritz Stracke geboren - Das Stadtarchiv erinnert an den Sprockhöveler Heimatforscher

Freitag, 05.04.2019

Am 9. März 1919 wurde Friedrich Wilhelm (Fritz) Stracke als Sohn von Friedrich Wilhelm Stracke und Klara geb. Krefting auf dem elterlichen Hof in Niedersprockhövel geboren. Starke Wurzeln banden ihn an diesen Ort und seine Geschichte. Durch sein Leben als Landwirt auf dem alten Familienbesitz In den Hülsen war Fritz Stracke geprägt von einem naturverbundenen und solidarischen Familien- und Nachbarschaftsverband.

Die starken strukturellen Veränderungen in der Landwirtschaft und die Entwicklung seiner Heimatgemeinde im 20. Jahrhundert erlebte er hautnah mit. Nach dem Tode seiner Ehefrau Johanna (Hanni) im Jahre 1990 widmete sich Fritz Stracke intensiv der Erforschung der Heimat- und Familiengeschichte, die er nie eingeschränkt, sondern stets in Zusammenhängen mit regionaler und weltpolitischer Geschichte begriffen hat. Sein Fokus beschränkte sich nicht auf seinen Ortsteil Niedersprockhövel; das „Kirchturmdenken" vieler Heimatforscher seiner Generation war ihm stets fremd.

Die Liebe zur Heimat war für Fritz Stracke auch immer Verpflichtung zur Bewahrung von Natur und Umwelt: In seinen letzten Lebensjahren engagierte er sich auch tatkräftig in der Lokalen Agenda 21 Sprockhövel und war vor allem bei der Erarbeitung des Agenda-Pfades eine unentbehrliche Hilfe.

Fritz Strackes exzellentes Gedächtnis, seine hervorragenden Ortskenntnisse und seine zahlreichen persönlichen Kontakte waren und sind für die Sprockhöveler Ortsgeschichtsforschung von großem Wert, ebenso seine mit viel Fleiß und Präzision zusammengestellten Aufzeichnungen zur Geschichte seiner Heimat und der eingesessenen Familien. In akribischer und geduldiger Kleinarbeit wertete er beispielsweise nahezu 90 Jahrgänge der Hattinger Zeitung aus und notierte alle für Sprockhövel relevante Fundstellen – heute ein unschätzbarer Fundus für die Lokalgeschichtsforschung.

Stracke war „Jäger und Sammler" historischer Quellen und war gern bereit, sein Wissen zu teilen: Von seinen Kenntnissen profitierten nicht nur das Stadtarchiv sondern auch Familienforscher, Profi- und Laienforscher, Erwachsene und Kinder.

Fritz Stracke verstarb 2006. Seinen Nachlass, darunter zahlreiche historische Fotografien, vermachte er dem Stadtarchiv Sprockhövel. Hier steht er nun dauerhaft der Forschung zur Verfügung.

Auf der Homepage der Stadt unter www.sprockhoevel.de/stadt-tourismus/stadtgeschichte/texte-aus-dem-stadtarchiv/  sind vier Beiträge des Stadtarchivs hinterlegt, die zwischen 1998 und 2004 in Kooperation mit Fritz Stracke entstanden sind:

- Drei alte Höfe in Sprockhövel: Brockhausen – Hummelsiep – Auf den Spänen

- Der Hammerteich wurde Badeanstalt

- Kraftspender in aller Zeit – Hammerwerke am Pleßbach

- Stein auf Stein – Steinbrüche in Sprockhövel

Foto: Fritz Stracke (1919-2006) Bildsammlung Stadtarchiv