Echtes Interesse an Solarstrom-Erzeugung

Quelle: WAZ Sprockhövel, 17.04.2011, Bastian Haumann

Sprockhövel.
Vor zehn Jahren waren Solaranlagen etwas für Spinner und Bastler. Sind sie heute die Energiequelle der Zukunft?

So weit möchte Michael Ebel von der Lokalen Agenda, gar nicht gehen. „Doch nicht zuletzt durch Fukushima ist das Interesse an alternativen Energien gewachsen.“ Ebel ist Mitorganisator des Solarmarktes, der am Samstag parallel zu Immobilien Messe vor der Niedersprockhöveler Sparkassenfiliale über verschiedene Energiealternativen informierte. „Der beste Strom ist immer der, der erst gar nicht produziert werden muss“, findet Ebel und zielt mit seinen Worten auf Energieeffizienz und den verantwortungsbewussten Umgang mit Strom ab. Eine Selbstverständlichkeit für Suse Krüsemann, Besucherin der Veranstaltung. Denn: „Wir haben keine Erde B“, sagt sie knapp. „Die eine müssen wir schützen.“ Sie selbst hat nicht die Möglichkeit, eine Solarstromanlage zu installieren. Doch es gibt Wege der Anteilnahme. Stichwort: „SonnenInvest“. Über die BürgerEnergieGenossenschaft (wir berichteten) können Anteile zwischen 500 und 10 000 Euro an Solaranlagen erworben werden, die auf städtischen Dächern installiert sind, weitere sollen folgen. ZGS-Chef Ralph Holtze hat die Hauptschule im Visier und wartet auf Antwort der Arnsberger Aufsichtsbehörde, ob eine solche Maßnahme rentabel sei.

Großes Interesse

Gerd Hesse von der Sparkasse ist mit dem Auftakt von SonnenInvest zufrieden. Schon nach den ersten zwei Stunden des Solarmarktes verzeichnet er sieben Abschlüsse in einer Höhe von 20 000 Euro. Und während vor der Sparkasse Besucher mit sechs Fachfirmen auf Tuchfühlung gehen können, informiert Dr. Manfred Thiemann, Geschäftsführer der Bochumer Firma Fokus Energiesysteme, im Vortragsraum über die „inneren Werte“ der Technik und über „Die Wirtschaftlichkeit“ von Photovoltaikanlagen.

Der Vortrag ist gut besucht, Stühle müssen nachträglich aufgestellt werden, dennoch reich der Platz nicht für alle Zuhörer. Thiemann zeigt anhand von Rechenbeispielen, welche Anlage sich für wen und wann rentiert, klärt über die optimale Lage auf und beantwortet Fragen der Zuhörer. Ein erstes, vorsichtiges Resümee des Solarmarkts fällt seitens der Veranstalter positiv aus. „In diesem Jahr hatten wir das erste Mal mehr Anfragen, als wir Plätze zur Verfügung haben“, weiß Karin Hockamp von der Lokalen Agenda zu berichten.