Wandern mit Rollator

Quelle: Hattingen, 06.02.2012, DerWesten, Bastian Haumann

Sprockhövel
Wilhelm Müller: Er müsste wieder dichten, würde er noch leben. Denn das Wandern, das ist bald auch des Niedersprockhövelers Lust – und des Herzkampers, des Obersprockhövelers, des Haßlinghausers.

Denn die Lokale Agenda plant, nach dem Vorbild ihrer großen Wanderwege, dem Agenda Weg und dem Agenda Pfad, zentrumsnahe Wege quer durch die einzelnen Stadtteile hinzuzufügen. Vorbei an geschichtsträchtigen Sehenswürdigkeiten soll’s gehen. Doch noch gilt es, einige Stolpersteine zu beseitigen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. „Die Wanderwege sollen möglichst barrierefrei sein“, sagte Karin Hockamp von der Lokalen Agenda, „damit sie auch von Rollstuhlfahren oder von Menschen, die auf Rollatoren angewiesen sind, genutzt werden können.“

Ohne größeren Aufwand sei das vorerst nur in Niedersprockhövel möglich. In den anderen Stadtteilen tun sich Hindernisse auf, wie: große Steigungen, nicht abgesenkte Bordsteine, unbefestigte Pfade. „In der engeren Auswahl sind Herzkamp und Gennebreck im Bereich Schee“, erzählt Karin Hockamp. Doch die notwendigen Ausbesserungen kosten Geld. Und das soll über Sponsoren beschafft werden. „Mit dem Weg durch Niedersprockhövel wollen wir für das Projekt werben. Denn dort muss der Weg nur beschildert werden, was im Laufe des Jahres geschehen soll.“ Dass Barrierefreiheit besonderen Stellenwert genießt, hat einen einfachen Grund. Hockamp: „Wir wollen niemanden ausschließen.“ Denn auch die beiden großen Agenda-Wege haben ihre Fehler, führen über unwegsames Gelände und sind von Personen zu begehen, die gut zu Fuß sind. Dabei haben die neuen Wege kaum weniger Sehenswertes zu bieten. In Niedersprockhövel gebe es die Zwiebelturmkirche oder den alten Bahnhof in der Nähe der Discounter an der Bahnhofsstraße. In Herzkamp gibt es noch den Schacht Neuherzkamp und das Gebäudeensemble um das Pfarrhaus sei interessant. Und bei diesen Beispielen endete die Aufzählung noch lange nicht. „Entlang der geplanten Wege kann der gesamte Mikrokosmos der regionalen Geschichte abgearbeitet werden“, sagt Hockamp. Dabei sei es nicht das Ziel, Scharen von Wanderern anzulocken. „Ob es Führungen geben wird, haben wir noch nicht geplant, wahrscheinlich auf Anfrage.“ Von einem Massenansturm gehe bei der Lokalen Agenda niemand aus. „Doch wenn wir die Chance haben, so ein Angebot auf die Beine zu stellen, dann müssen wir sie auch nutzen.“